Slotmaschine der modernen Kriegsführung

Wer meinen Blog verfolgt sollte bereits wissen, dass es mir in letzter Zeit das Backgammon-Spiel angetan hat. Leider fehlt es mir nach wie vor an willigen Spielern und ich habe bisher keine Leidenschaft dafür gefunden, mit einem Computer-Gegner zu messen. Auch die Option online zu spielen konnte mich nicht überzeugen und so habe ich mich in den letzten Tagen wieder anderen Casino-Spielen zugewandt.

Tatsächlich landete ich bei einem Genre, mit dem ich mich schon eine ganze Weile nicht auseinandergesetzt habe; den berühmt berüchtigten Slotmaschinen. In Kneipen gehen mir die Dinger ja manchmal ganz schön auf die Nerven, wie sie ständig piepen und blinken, aber online entwickelt das System schon einen gewissen Reiz. Jedenfalls habe ich mich informiert was es so neues gibt in diesem Bereich und besonders eine Slotmaschine fand meine Aufmerksamkeit; Call of Duty 4 – Modern Warfare Slot Game.

Die Slotmaschine der modernen Kriegsführung also. Ein etwas fragliches Thema für eine einarmigen Banditen, wenn man mich fragt. Aber der Titel repräsentiert offensichtlich eine sehr bekannte Marke: „Call of Duty“ ist wohl, wie ich nach kurzer Recherche herausfand, ein beliebtes Videospiel für Heimkonsolen und hat in dieser Slotmaschine nur einen Ableger gefunden. Im Herzen ist Modern Warfare auch ein typischer Vertreter diesen Genres, nur das ab und an Soldaten über den Bildschirm huschen, während sich die Symbole – Waffen, C4-Sprengstoff etc. – über den Bildschirm drehen. Gelegentlich gibt es auch spektakulär inszenierte Explosionen zu sehen, aber das ist wenig relevant für das Spiel – so erschien es mir zumindest.

Der Anteil des Spiels, der mir dann aber ausgesprochen genre-untypisch erschien, war ein Feature dass sich „Call of Duty“ nennt – also „Ruf der Verpflichtung“ – und durch drei zufällige Symbole ausgelöst wird. Dabei verändert sich die Bildschirmansicht, man findet sich auf einem Schlachtfeld wieder und blickt durch die Augen eines Soldaten, der eine Waffe hält. Von rechts und links springen nun Gegner ins Bild und man muss mit einem Fadenkreuz auf sie zielen und schießen. Damit kann man dann Bonusspiele gewinnen und wenn man besonders gut ist – beispielsweise Kopfschüsse landet – bekommt man noch weitere Boni für das Spiel.

Die Slotmaschine wirbt damit, das Slot-Game mit einem beliebten Videospiel zu verbinden. Mir erschien der Versuch etwas skurril und wirklich fesseln konnte mich das Feature Soldaten zu erschießen nicht. Andererseits zweifle ich nicht daran, dass diese Slotmaschine bei einigen durchaus auf Gefallen stoßen könnte. Darum wollte ich von dieser Entdeckung berichten, damit sich meine Leser vielleicht ein eigenes Urteil darüber bilden können.

Backgammon, Backgammon, Backgammon…

Letzte Woche hatte ich schon angekündigt, dass ich mit Backgammon vielleicht eine neue Leidenschaft gefunden habe. Und tatsächlich habe ich in den vergangenen sieben Tagen einiges an Zeit in dieses Spiel investiert und denke nun, ich habe bereits einige wichtige Strategien erarbeitet. Ob ich nun aber wirklich gut bin, ist wohl eine ganz andere Frage. Schließlich konnte ich mich mit niemanden messen, dem ich das Spiel nicht selbst beigebracht habe. Ja, ich möchte gar sagen, in meinem Bekanntenkreis herrscht akuter Mangel an Backgammon-Kenntnis und Begeisterung.

Zum Glück gibt es da diverse Abhilfen, um wenigsten bisschen Erfahrung mit dem Spiel zu sammeln. Aus dem Internet habe ich mir ein kostenloses Programm für mein Handy geladen, um mich unterwegs mit Backgammon beschäftigen zu können. Das Ergebnis war aber enttäuschend; der computergesteuerte Gegner auf meinem Handy war unglaublich schlecht. Zwar habe ich jetzt kein Gus Hansen Niveau erwartet – der Pokerpro scheint ja Gerüchten zufolge inzwischen wieder mehr Geld mit Backgammon zu verdienen, als durch das Kartenspiel – aber doch wenigsten einen brauchbaren Gegenspieler.

Etwas Recherche brachte mir dafür eine interessante Erklärung, weshalb mein Handy mit keine Backgammonunterhaltung liefern konnte:

Offensichtlich gestaltet es sich als ausgesprochen schwer einen Computer zu programmieren, der ein brauchbares Backgammon-Spiel liefern kann. Obwohl man sich schon lange damit beschäftigt hat, schaffte man erst gegen Ende der 80ger eine Software zu Programmieren, die es annährend auf menschliches Niveau schafft. Besonders interessant ist, wie das gelungen ist. Man musste nämlich zunächst ein „neuronales Netz“ programmieren, welches dann aberhunderte Spiele Backgammon gegen sich selbst spielte und daraus lernte.

Ich halte das für ein faszinierendes Beispiel, was das großartig an diesem Spiel ist. Obwohl die Regeln ausgesprochen simpel und schnell erlernt sind, brauch es doch viel mehr als das bloße Wissen darüber, um wirklich gut zu spielen. Backgammon fällt also in die Sparte „Leicht zu lernen, schwer zu meistern.“

Meine neuste Entdeckung: Backgammon

Nachdem ich mich in den letzten Wochen vor allem mit Pokern die Zeit vertrieben habe und meiner Meinung nach deutlich besser geworden bin – vor allem im Bereich von Protection und Spielgefühl – hatte ich neulich eine Partie, bei der gar nichts richtig laufen sollte. Zum Glück ging es um kaum nennenswerte Summen, aber dass ich in meiner liebsten Disziplin mal so richtig über den Tisch gezogen worden war, entschloss ich für eine Weile die Finger von den Karten zu lassen.

Stattdessen wollte ich mich mal wieder der Vielfalt der anderen Casino-Spielen zuwenden, landete aber letztlich bei einem Spiel, dass gar nicht zu den klassischen Casinospielen gehört: Backgammon. Meine Nachbarn waren nämlich die letzte Wochen in die Türkei Gereist – nach Istanbul – und für den kleinen Gefallen, dass ich ab und an mal ihre Pflanzen goss, brachten sie mir von dort eine sehr schönes Backgammon-Spiel mit.

Wer nun sagt, dass Backgammon nun wirklich keine neue Entdeckung ist, der hat vermutlich Recht. Schließlich zählt es zu den ältesten Brettspielen der Welt und es wurden bereits Spielbretter entdeckt, die auf ein Alter von 5000 Jahren geschätzt werden. Für mich ist es dennoch eine neue Entdeckung, da das Spiel mir bisher nie in die Finger kam. Ich glaube auch, dass Backgammon hierzulande auch kaum gespielt wird und wenn, dann von unseren deutsch-türkischen Einwohnern.

Jedenfalls habe ich mich sofort mit großer Begeisterung dem Spiel zugewandt. Es geht im wesentlichen darum, durch würfeln seine eignen Spielsteine über ein Brett – bestehend aus 24 “Zungen” – zu bewegen und sie möglichst schnell in einem bestimmten Bereich – seinem Homeboard – anzuordnen. Hat man alle Steine dort versammelt, darf man sie aus dem Spiel würfeln und schafft man das vor seinem Gegner, hat man gewonnen. Der Kniff an der Sache ist aber, dass der Gegner auch versucht seine Steine in sein eigenes Homeboard zu bewegen und dabei ist es beiden Spielern möglich, die gegnerischen Spielsteine zu schlagen. Geschieht dies, muss der geschlagene Stein neu in das Spielfeld eingewürfelt werden und das an der Stelle, an der sie am weitesten vom Homeboard entfernt sind.

Aus diesen Regeln ergibt sich eine spannende Mischung aus Strategie- und Glücksspiel. Man kann offensiv spielen, aber dann kann man selbst schnell Angriffsflächen bieten, oder man spielt sicher, kommt aber mit dem Rücken seiner Steine nur langsam voran. Ich bin gerade erst dabei, mir eine Strategie zu erarbeiten. Auf jeden Fall ein heißer Tipp für meine Leser: probiert mal Backgammon aus!

Von Pokern und seinen Gefahren

Meine letzten beiden Blogeinträge haben sich ja um das Thema gezinkte Karten gedreht. Heute will ich hier einen dritten hinzufügen, um das Thema für mich abzuschließen und zusätzlich noch eine kleine Geschichte aus meiner letzten Woche zu erzählen.

Zunächst wurde ich öfters gefragt, warum mein letzter Blogeintrag denn „Landstreicher und ihre Zinken“ hier; scheinbar habe ich ne erklärt, was denn Landstreicher mit Zinken zutun haben. Dazu also ein kurze, aber interessante Erklärung: tatsächlich kommt der Begriff Zinken von fahrenden Handwerkern, bzw. Landstreichern, die sich als solche ausgaben. Wenn diese auf ihrer Wanderschaft bei Bauern Unterschlupf fanden, versahen sie bei der abreise den Pfosten am Eingang mit so genannten „Zinken“. Dies waren geheime Zeichen, die dort in das Holz geschnitzt wurden und kommenden Landstreichern Informationen über die Bewohner des jeweiligen Haus und Hofes gaben. So gab es einen Zinken für eine Herberge mit gutem Essen, einen Zinken für gemütliche Nachtlager und sicher auch einen Zinken für eine hübsche Tochter. Und aus dieser Geheimsprache stammt der Ursprung für „gezinkte Karten“.

Vielleicht stößt ja diese kleine Info bei manchen meiner Leser auf Interesse, aber ich möchte auch niemanden vorenthalten, dass das ganze Gerede über die Möglichkeiten des Schummelns beim Kartenspiel scheinbar mein Poker-Karma etwas verärgert hat und mich bestrafte. Dazu die versprochene kleine Geschichte aus meiner letzten Woche:

Ein findiger junger Freund von mir ist Stammgast an meinem Pokerstammtisch und ebenso ein begeisterter Bastler. Ihm kam die Idee zu einer jener Konstruktionen, die man sonst aus trashigen Actionfilmen kennt – jene mechanischen Gestelle, die man an den Unterarm anbaut und die auf Knopfdruck eine Handfeuerwaffe aus den Ärmel in die Hand springen lassen. So etwas bastelte er nach und zwar für Spielkarten, so dass er sich ein theoretisch ein paar Karten aus dem Ärmel in die Hand springen lassen könnte. Witzige Idee und die Konstruktion sorgte am Stammtisch für einige Lacher, bis ich sie ausprobieren wollte.

Das ganze Ding saß a meinen etwas kräftigeren Unterarmen von Anfang an etwas straff und wollte zunächst gar nicht funktionieren. Nach mehreren versuchen sprang es dann aber doch auf, brach dabei und ein scharfkantige Metallstrebe bohrte sich in meine Handinnenfläche. Es gab zunächst erschrockenes Aufspringen, dann wurden viele Papiertücher von mir vollgeblutet und letztlich landete ich beim Arzt, wo ich mit 4 Stichen genäht wurde. Zwar alles halb so wild, aber deshalb muss ich jetzt diesen Blogeintrag ausschließlich mit der linken Hand tippen.

Landstreicher und ihre Zinken

Vergangene Woche habe ich darüber gesprochen, wie ich beim Pokern am Stammtisch versehentlich durch eine gezinkte Karte zu einem Sieg kam. Das Thema hat mich seitdem nicht mehr so recht losgelassen; nicht unbedingt weil mein Gewissen mich so sehr malträtiert hat, sondern weil es ein ziemlich spannendes Thema ist.

Vorher hatte ich mir nie vielen Gedanken darum gemacht, ob ein Kartendeck gezinkt sein könnte. Bisher sah ich den Begriff mehr in dem Zusammenhang, dass

Karten bei häufigen Gebrauch an Ecken und Kanten manchmal einreißen und somit in diesem Sinne „gezinkt“ sind. Aber natürlich gibt es auch wirklich professionell bearbeitete Spielkarten, die einem geneigten Betrüger einen erheblichen Vorteil verschaffen.

Ich habe etwas Recherchiert und bin zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Die simpelsten Varianten sind natürlich Kartendecks, bei denen für jeden aufmerksamen Spieler offenkundig ist, dass hier geschummelt wird. Darunter fallen leichte Striche mit einem bleistift, Kratzer und ähnliche Manipulationen. Damit wird wohl niemand ernsthaft hoffen, ein wichtiges Pokerspiel gewinnen zu können.

Interessanter sind das schon jene speziell angefertigten Decks, bei denen das Muster auf der Rückseite der Karten so variiert, dass es Niemanden auffällt. Allerdings variiert das Muster so, dass es der Besitzer des Spiels ohne Probleme lesen kann und damit erkennt, welche Karten sein Gegenspieler hält. Die anspruchsvollere Variante von gezinkten Karen wird besonders gern für Kartentricks benutzt, aber eben auch um Spielern etwas Geld abzuknöpfen. Solche Decks können entlarvt werden, indem sie schnell durchgeblättert werden und somit die Veränderungen offenkundig werden.

So richtig spannend fand ich dann meine Entdeckung, dass es auch bearbeitete Karten gibt, die mit bloßen Augen gar nicht zu erkennen sind. Dabei werden die Karten mit einer ganz bestimmten Farbmarkierung versehen, die zwar für keinen normalen Spieler sichtbar ist, aber die dem Besitzer des Kartendecks erkennbar wird, wenn er eine spezielle polarisierende oder rotfilternde Brille trägt. So wird die klassische Pokerbrille zu einem ausgesprochen sicheren Betrugswerkzeug. Für besonders trickreiches Spiel können hier auch Kontaktlinsen verwendet werden.

Es gibt also vielseitigste Arten seine Karten zu zinken. Hinterhältig und trickreich zugleich. Das soll nun niemanden dazu verlocken, es mal mit einem solchen Kartendeck zu probieren – es sei denn er möchte mal seine Stammtischfreunde verärgern. Aber vielleicht hilft das ja, den ein oder anderen Spieler mit allzu viel Pokerglück des Falschspiels zu überführen.

Gezinkte Karten am Stammtisch

Schummeln am eigenen Poker-Stammtisch ist ja eigentlich etwas, dass ich nie erwarten würde. Schließlich spielt man dort größtenteils mit Freunden, oder zumindest alten Bekannten, die man nicht einfach über den Tisch ziehen möchte. Dennoch kam es neulich zu einer wahrlich grenzwertigen Situation, die ich hier berichten möchte und jeder selbst urteilen kann, ob ich hier geschummelt habe.

Es war schon etwas später am Abend und wir hatten schon ein paar Runden mit dem Kartendeck gespielt, da fiel mir auf, dass eine der Karten – der Kreuz König – an einer Ecke etwas eingerissen war. Ich nahm mir vor das am Ende der aktuellen Runde zu sagen und den König aus dem Ersatzdeck einzuwechseln. Nun kam es aber anders als gedacht und die Runde wurde lang, nervenaufreibend und als dann ein beträchtlicher Pot den Besitzer wechselte, hatte ich den gezinkten kreuz König schon wieder vergessen.

Dieses verschulden Meinerseits führte dann zu der fragwürdigen Situation darauf. Ich hatte ein Paar Buben auf die Hand bekommen und hatte bereits vor dem Flop einige meiner Konkurrenten aus dem Spiel drücken können. Die ersten drei Gemeinschaftskarten machten mir das Paar Buben dann zum Drilling und ich war mir meiner Sache ziemlich sicher. So erhöhte ich und drückte – eigentlich versehentlich – einen weiteren Spieler aus der Runde. Aber immerhin der Spieler mir gegenüber blieb drin und füllte auf. Der Turn brachte eine weitere niedrige Karte und ich setzte weniger, um mein Gegenüber möglichst nicht aus dem Spiel zu drücken. Er füllte auf. Dann der River und das gleiche Spiel, nur diesmal füllte mein Gegner nicht nur auf, sondern bot mir ein Reraise, dass mein All-In erzwang.

Zunächst war ich fällig überrascht und zweifelte absolut an meinem Gefühl für das Spiel und die Sicherheit meines Blattes. Noch immer hatte ich einen Drilling mit der höchsten Karte auf dem Board. So wie ich die Sache sah, gab es nur noch zwei mögliche Outs für mich: wenn mein Gegner zwei Herz-Karten hielt, würde er mich mit einem Flush schlagen und wenn er eine 4 und eine 5 hätte – diese Möglichkeit entdeckte ich erst spät – könnte er mich mit einer Straße übertrumpfen. Ich nahm mir lange Zeit über die Situation zu grübeln da entdeckte ich am Blatt meines Gegners – wer hätte es gedacht – den kleinen Riss in der Kartenecke. Er hielt also den Kreuz-König und meine Sorgen waren unbegründet. Ich callte, wir deckten auf und ich gewann. Mein Gegenspieler hatte übriges auch nicht geblufft, er hielt den vierten Buben und hatte somit das Top-Pair.

Nun ist die Frage: habe ich diesen Sieg verdient, habe ich geschummelt, oder ist mir schlicht der Zufall zu Hilfe gekommen? Natürlich habe ich sofort die glücklichen Umstände meines Sieges in der Pokerrunde bekannt gegeben und wir haben lange darüber geplaudert, ob mein Sieg nun rechtens war. Zumindest hat es mir niemand übel genommen.

Pokerliteratur – mehr als man lesen kann!

Auch wenn Poker selbst nun wirklich keine Erfindung des 21 Jahrhunderts ist, kann man doch durchaus sagen, dass es erst im vergangenen Jahrzehnt wirklich gesellschaftsfähig geworden ist – zumindest hierzulande. Vorher war es immer eine Art Hinterzimmerglücksspiel für zwielichtige Gestalten und Leute, die ihr Haus und Hof bereits verspielt haben. Inzwischen sieht das ganz anders aus und bei alt und jung wird das strategische Kartenspiel immer beliebter, Turniere in allen Formen und Größe sprießen wie Pilze aus dem Boden und neuerdings wird es zu einer immer angeregteren Diskussion, ob Poker nicht wirklich ein waschechtes Geschicklichkeitsspiel sei.

Mit diesem Boom wurde auch die Zahl der deutschen Spieler erheblich höher, die sich als Ziel gesetzt haben mit Poker ihr Geld zu verdienen. Für diese erklärten Glücksritter wurde der Markt an Pokerliteratur förmlich von Publikationen überschwemmt. Erst zuletzt habe ich von einer neuen Veröffentlichung gelesen, die sich „The Way of the Poker Warrior“ nannte – also der Weg des Poker-Kreigers – und von niemanden geringeren als Paul Hoppe geschrieben wurde. Dort werden Anekdoten aus der Kampfsportkarriere von Hoppe mit diversen Lehren über das erfolgreiche Pokerspiel verbunden. Da gibt es viel Autobiographie für das Geld – und sicherlich unterhaltsame dazu.

Andere Bücher auf dem Markt gehen dann ohne Umschweife daran, die genaue Pokerstrategie zu erklären, nach dem man spielen sollte. „Poker mit System“, „Pokern wie ein Profi“ und natürlich „Spielend Geld verdienen“ sind dann die Phrasen, mit denen man zu der Lektüre gelockt werden soll. Besonders interessant fand ich eine Entdeckung, die eigens für das Pokerspiel die Körpersprache analysierte und Tipps gab, wie man den Gegner am Zucken und Blinzeln durchschauen könnte.

Letztlich stellt sich mir aber dann doch die Frage, was das Ganze bringt. Wenn man dann all die Bücher im Regal stehen hat und beim Buchhändler dafür so viel Geld zurücklassen musste, dass es für das Buy-In eines Mittelgroßen Turniers gereicht hätte, ist man auch noch nicht weiter. Dazu kommt nämlich noch die Zeit, das alles zu pauken und zwischen Statistiken und persönlichen Anekdoten seine Strategie zu finden. Vielleicht wäre es da besser gewesen, sich stattdessen mal ausgiebig an einem Pokertisch zu setzen und selbst die Erfahrungen zu sammeln. Für die Feinarbeit kann man dann immernoch das Internet bemühen. Ich denke, dass ist zumindest der spaßigere Weg, Pokern zu lernen.

„Spielschulden sind Ehrenschulden“

Das stimmt doch, oder? „Spielschulden sind Ehrenschulden“ – das habe ich mich schon einige male sagen hören. Und es hat immer eine erstaunliche Wirkung, denn appelliert man an die Ehre des Gegenübers, ist dieser meistens deutlich schneller gewillt, einem das verspielte Geld in die Hand zu drücken. Nunja, ich bin aber auch kein allzu hartnäckiger Gläubiger und habe schon so manchen alten Pokerkameraden mit seinen Spielschulden vom Stammtisch verschwinden lassen. Dafür musste er dann eben in der nächsten Woche das Bier bezahlen.
Aber dennoch, der Satz „Spielschulden sind Ehrenschulden“ bleibt eine wichtige Requisite bei jedem geselligen Spiel um Geld – auch wenn es nur um kleine Beträge geht. Aber was genau bedeutet das denn? Eigentlich sagt es ja gar nicht, dass man das Geld, dass man bei einem Spiel verloren hat, auch zahlen muss. Der Satz sagt ja nur, dass es eben Schulden der Ehre sind. Pfeift man auf seine Ehre, pfeift man auch auf seine Gläubiger. So behauptet es zumindest die Analyse des sprichwortartigen Satzes. Dennoch habe ich mich neulich gefragt, ob man nicht bei dem Verweigern von Schuldenbegleichung von seinem
Gläubiger rechtlich belangt werden kann.
Ich habe da kurzerhand mal Recherchiert und wurde auf fündig: „Durch ein Spiel oder durch Wette wird eine Verbindlichkeit nicht begründet.“ heisst es im § 762 des deutschen Gesetzbuches. Also kann man tatsächlich auf seinen Gläubiger pfeifen – Spielschulden sind tatsächlich Ehrenschulden. Allerdings leidet auch die Ehre darunter, wenn man von diesem Paragraphen am Stammtisch gebrauch macht. Wer will denn schon mit jemanden Spielen, der seine Schulden danach nicht bezahlt? Da sitzt man in der nächsten Woche allein am Tisch.
Ich möchte hier aber aufgrund der Vollständigkeit erwähnt haben, dass dieser Paragraph
wirklich nur für Stammtisch-Glücksspiel, -Wetten und ähnlichem gilt. Bei staatlich
Lizenzierten Glückspiel siehtd as ganze ganz anders aus. Also versucht euch nicht mit dem
Satz „Spielschulden sind Ehrenschulden“ aus einem Casino zu schleichen, nachdem ihr euer
Haus und Hof verspielt habt. Das klappt dann leider auch nicht.
Interessant ist übrigens auch, was weiter im § 762 zu lesen ist:
„Das auf Grund des Spieles oder der Wette Geleistete kann nicht deshalb zurückgefordert
werden, weil eine Verbindlichkeit nicht bestanden hat.“ Wer jetzt also denkt, aufgrund
des Paragraphen kann er all seine alten Kollegen um das verlorene Geld anhauen und die
gezahlten Summen zurückfordern, der liegt falsch. Auch hier gilt ein altes Sprichwort:
„Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen.“

Das stimmt doch, oder? „Spielschulden sind Ehrenschulden“ – das habe ich mich schoneinige male sagen hören. Und es hat immer eine erstaunliche Wirkung, denn appelliert man andie Ehre des Gegenübers, ist dieser meistens deutlich schneller gewillt, einem das verspielteGeld in die Hand zu drücken. Nunja, ich bin aber auch kein allzu hartnäckiger Gläubiger undhabe schon so manchen alten Pokerkameraden mit seinen Spielschulden vom Stammtischverschwinden lassen. Dafür musste er dann eben in der nächsten Woche das Bier bezahlen.Aber dennoch, der Satz „Spielschulden sind Ehrenschulden“ bleibt eine wichtige Requisitebei jedem geselligen Spiel um Geld – auch wenn es nur um kleine Beträge geht.

Aber was genau bedeutet das denn? Eigentlich sagt es ja gar nicht, dass man das Geld, dassman bei einem Spiel verloren hat, auch zahlen muss. Der Satz sagt ja nur, dass es ebenSchulden der Ehre sind. Pfeift man auf seine Ehre, pfeift man auch auf seine Gläubiger. Sobehauptet es zumindest die Analyse des sprichwortartigen Satzes. Dennoch habe ich michneulich gefragt, ob man nicht bei dem Verweigern von Schuldenbegleichung von seinem Gläubiger rechtlich belangt werden kann. Ich habe da kurzerhand mal Recherchiert undwurde auf fündig: „Durch ein Spiel oder durch Wette wird eine Verbindlichkeit nicht begründet.“ heisst es im§ 762 des deutschen Gesetzbuches. Also kann man tatsächlich auf seinen Gläubiger pfeifen– Spielschulden sind tatsächlich Ehrenschulden.

Allerdings leidet auch die Ehre darunter,wenn man von diesem Paragraphen am Stammtisch gebrauch macht. Wer will denn schon mit jemanden Spielen, der seine Schulden danach nicht bezahlt? Da sitzt man in der nächsten Woche allein am Tisch. Ich möchte hier aber aufgrund der Vollständigkeit erwähnt haben, dass dieser Paragraphwirklich nur für Stammtisch-Glücksspiel, -Wetten und ähnlichem gilt. Bei staatlichLizenzierten Glückspiel siehtd as ganze ganz anders aus. Also versucht euch nicht mit demSatz „Spielschulden sind Ehrenschulden“ aus einem Casino zu schleichen, nachdem ihr euerHaus und Hof verspielt habt. Das klappt dann leider auch nicht.

Interessant ist übrigens auch, was weiter im § 762 zu lesen ist:„Das auf Grund des Spieles oder der Wette Geleistete kann nicht deshalb zurückgefordertwerden, weil eine Verbindlichkeit nicht bestanden hat.“ Wer jetzt also denkt, aufgrunddes Paragraphen kann er all seine alten Kollegen um das verlorene Geld anhauen und diegezahlten Summen zurückfordern, der liegt falsch. Auch hier gilt ein altes Sprichwort:„Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen.“

„Bingo! Den ganzen Tag Bingo!“

Als der Sommer hier in Deutschland noch nicht so richtig durchstarten wollte – wir erinnern uns sicher alle an jene ungemütlichen Wochen, wo die warme Jahreszeit scheinbar nie kommen wollte – verabschiedete ich einen guten Freund, der aus Frustration über das Wetter spontan seine Sachen packte und sich in den Urlaub absetzte. Er wusste selbst nicht richtig wohin; er wollte einfach weg.

Vor kurzem kam er wieder an, um noch seinen Teil von der aktuellen Hitzewelle abzufassen und er erzählte mir, wo es ihn hin verschlagen hatte. „Las Palmas!“ rief er freudig aus und packte mir einen Stapel Fotos voller Palmen auf den Tisch. Ich fragte, was er denn da so getrieben habe und erwartete ebenso bunte Schilderungen, wie die Fotos erwarten ließen, aber seine Antwort überraschte mich etwas:„Bingo! Den ganzen tag Bingo!“

Offensichtlich gehört auf Gran Canaria das Glücksspiel aus der Lotto-Familie zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Auf der knapp 4000 Quadratmeter großen Fläche, die das Stadtgebiet von Las Palmas ausmacht, verteilen sich gleich 9 Bingo-Zentren. Diese sind auch nicht gerade klein, denn in den Hallen können immerhin 300 Leute ihrer Glücksspielleidenschaft fröhnen. Wenn man die Einwohnerzahl von Las Palmas bedenkt – laut meiner Recherche 1,042 Millionen Menschen – bedeutet das, dass auf gut jeden 400sten Einwohner ein Platz in einem Bingo Center kommt. Naja, vielleicht sind diese spontan gerechneten Daten nicht so repräsentativ, da hier Tourismus sicher eine große Rolle spielt und die Quote drückt. Dennoch, Bingo scheint der große Renner auf den Kanarischen Inseln zu sein.

Was mich aber bei den Berichten meines Freundes stutzig machte, war die Tatsache, dass er kein Wort Spanisch konnte. – bis auf „Una cerveza, por favor!“ natürlich. Wie konnte er also die Zahlen verstehen, die dort ausgerufen wurden? Aber das schien tatsächlich kein Problem zu sein: alle gezogenen Zahlen konnten auf riesigen Leinwänden abgelesen werden und die großen Bingo-Zentren in Las Palma hatten sowieso alle Tischcomputer. „Alles also kein Problem!“

Sogar das Essen soll in den Hallen recht preiswert und lecker sein. Es klingt also nach einem erlebenswerten Freizeitaktivität, wenn man mal nach Las Palmas kommt. Und warum auch nicht, wenn man mit zwei Sätzen durch den Auslandsaufenthalt kommt: „Una cerveza, por favor!“ und „Bingo!“.

Das Casino in der Hosentasche

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich ein sehr ungeduldiger Mensch geworden bin, seitdem ich aufgehört habe zu rauchen. Die einschlägigen Gründe dafür überzeugen mich zwar immer noch, aber wenn ich dann mal irgendwo warten muss – wie beispielsweise neulich an der Bahn – muss ich feststellen, dass ich diese Pausen im Tagesablauf nun nicht mehr füllen kann.

Und auf der Suche nach der nächstbesten Beschäftigung, die mich nicht an eine Zigarette denken lässt, fing ich an mit meinem Handy herumzuspielen, dass ich sonst ausschließlich zum telefonieren benutze. Und siehe da; ich entdeckte ein ausgewachsenes Casino, dass ich mit mir herumschleppte.

Alles war da: Roulette, Black Jack, diverse Slot-Machinen und so weiter und so fort. Natürlich ging meine erste Wartepause für eine Runde Handy-Poker drauf. Das wurde allerdings erstaunlich schnell langweilig. Die Gegner setzten scheinbar völlig willkürlich und als ich dann all ihr Geld vor mir aufgehäuft hatte, war auch schon der Akku des Handys beinahe leer. Danach beschäftigte ich mich mit Roulette, wo ich den größten Teil des virtuellen Geldes sehr schnell wieder verlor. Der Rest ging beim Black Jack drauf und ich hatte hatte einfach keine Lust, wieder gegen die Marionetten an den digitalen Pokertischen anzutreten, um mir neues Spielgeld zu besorgen.

Dennoch brachte mich diese Entdeckung auf meinem Handy zum nachdenken: warum gibt es nicht schon längst Handy-Casinos, bei denen man um echtes Geld spielen kann? Das händeln mit Spielgeld ist schließlich immer letztlich unbefriedigend. Ich recherchierte und fand schon einige Projekte, wo Online-Pokerrooms auch von einer Handy-Software aus begehbar waren. Allerdings schien das ganze nicht sonderlich erfolgreich und breit kompatibel zu sein.

Vielversprechender waren da Ansätze eines bekannteren Online-Poker Portals, dass eine Firma mit der Programmierung einer entsprechenden Software bereits beauftragt hat.

Vielleicht können wir ja tatsächlich zumindest bald unsere favorisierten Pokerräume in unseren Hosentaschen mit uns tragen. Dann ist es doch nicht mehr weit, bis da ein ganzes Casino reinpasst, oder?

Die Kunst des richtigen Setzens

In meiner Zeit an diversen Pokerstammtischen habe ich oft Anfänger des Spiels erlebt, die sich an die Tische setzen und dort eine Strategie an den Tag legen, die ich für mich als das “0-8-15 Schema” benannt habe. Meistens wird das “0-8-15 Schema” von jenen Pokereinsteigern gespielt, die mit dem Anspruch an das Spiel gehen, richtig gut zu werden. Darum haben sie sklavisch auswendig gelernt, in welcher Position zum Dealer man welche Kartenkombinationen spielen sollte und welche nicht.

Es ist ein spielen nach Wahrscheinlichkeit – mathematisch, kühl und ziemlich erfolglos. Denn das “0-8-15 Schema” hat einen bedeutenden Fehler:  spielt man jede Karte exakt nach ihrer mathematischen Erfolgschance, wird das schnell jedem halbwegs aufmerksamen Gegner offenbar und es ist für ihn ein Leichtes, diese Strategie auszuhebeln.

Dabei ist das Verwenden eines solchen Schemas ja grundsätzlich nichts schlechtes, doch sklavisch daran halten sollte man sich nicht. Ich selbst halte mich nur sehr leidlich an die statistischen Erfolgschancen meiner Karten – egal wie niedrig die Zahlen auf meinem Blatt “Suited Cards” sind, ich zahle regelmäßig Unsummen um damit den Flop zu sehen. Oft zahle ich dafür ein hohes Lehrgeld, aber nunja, jeder hat eben seine bevorzugten Blätter.

Meiner Meinung nach ist das A und O jeder erfolgreichen Partie Poker, dass man die Kunst des richtigen Setzens beherrscht. Das sollte auch jedem Anfänger klargemacht werden: es zählt nicht in erster Linie, was man auf der Hand hält, sondern wie man diese Hand dann spielt. Auch mit einer schlechten Kartenkombination kann man noch versuchen einen preiswerten Flop zu treffen. Parallel dazu ist ein hohes Paar auf der Hand nichts wert, wenn man beim ersten Raise all seine Mitspieler aus dem Spiel jagt. Wer kennt nicht das frustrierende Erlebnis, mit einem saftigen Paar Könige auf der Hand doch nur die Blinds der Runde abzugreifen?

Eine Technik für diese Kategorie ist auch das Slowplay. Dabei spielt man auch ein gutes Blatt zurückhaltend – mit sehr geringen Einsätzen oder gar einem Check – und hofft auf die Erhöhung des Gegenspielers. Darauf reagiert man dann mit einem Raise und zieht den Konkurrenten noch tiefer in sein verderben. Ein bekannter Trick – leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern.

Meiner Meinung nach machen solche Strategien Pokern erst zu dem Geschicklichkeitsspiel, dass es ist und ich persönlich würde jedem Anfänger empfehlen, die Energie auf solche Kniffe zu konzentrieren, statt Statistiktabellen zu pauken.

Voller Durchblick dank der Pokerbrille

Als ich neulich durch die Weiten des Internet surfte, fand ich in einem Forum eine amüsante Diskussion über Pokerbrillen. Ein User des Forums fragte nämlich, welche Poker-Brillen-Marke denn gut und bezahlbar sei und wurde – wie es in Foren immer üblicher zu werden scheint – erstmal ordentlich ausgelacht. Man kommentierte seine Frage mit dem spöttischen Hinweis, dass zum Pokern doch jede Brille tauge und es doch gar keine „Pokerbrillen“ gäbe. Auch wenn ich selbst etwas über die Frage schmunzeln musste, fand ich die Reaktionen doch ziemlich unhöflich und habe mal recherchiert: natürlich gibt es spezielle Pokerbrillen!

Das abgefahrendste Modell, das ich in den Weiten des Internets aufstöbern konnte, heißt „Barracuda“ und sieht aus wie eine Requisite aus einem zweitklassigen Science-Fiction Film. Stattliche 40 Euro muss man für so was hinblättern, aber dafür sieht man dann auch aus wie direkt aus einer Zeitmaschine gefallen.

Als ich mehr darüber nachgedacht hatte, entdeckte ich aber doch einige Vorteile, die so eine spezielle Pokerbrille haben könnte. Zum einen sollten sie nie verspiegelt sein. (Ein Witzbold im Forum empfahl doch tatsächlich eine vollverspiegelte Brille – da kann man ja seinen Mitspielern auch gleich seine Karten nennen.) Dann bringen diese Brillen den Vorteil mit sich, dass sie das Blickfeld nur unmaßgeblich verdunkeln. Was würde auch eine Pokerbrille bringen, wenn man kaum die Karten auf dem Board erkennen kann? Und letztlich sind diese Brillen meist so gebaut, dass sie den Einblick auf die Augen aus allen Winkeln schützen, aber gleichzeitig ein großes Blickfeld für den Träger eröffnen. So kann man unbemerkt die Mimiken der Gegner studieren.

Wie diese theoretischen Vorteile dann umgesetzt werden, hängt wohl vom jeweiligen Spieler ab. Vorteile sind es aber sicher, weshalb man doch auf Pokerturnieren doch oft genug halb vermummte Männer hinter großen Brillen die Karten aufnehmen sieht. Vielleicht hatte ja Daniel Negreanu doch etwas recht damit, dass so etwas ans Schummeln grenzt. Für diejenigen die diese Diskussion verpasst haben: Negreanu forderte im Mai ein umfassendes Verbot für Sonnenbrillen auf Live-Turnieren. Zwar stehe ich dieser Forderung doch mit zwiespältigen Gefühlen gegenüber, aber es würde sicher auch seinen Nutzen bringen. Live-Poker würde sich dadurch deutlicher vom Online-Poker abheben und mit dem Verbots eine spezifischen Qualitäten hervorheben.

Andererseits; wenn man so abgefahrene Brillen wie die „Barracuda“ tragen darf, nur weil man Poker spielt, sollte man die Chance nutzen. Wer wollte nicht schon einmal aussehen wie eine Figur aus Raumschiff Enterprise?

Neue Technik des online Pokers?

Ich muss wirklich zugeben, dass ich mich seit jeher an den realen Pokertischen wohler gefühlt habe, als an ihrem virtuellen Pendant. Zwar habe ich schon jede Menge Karten in den Rooms verschiedener Portale aufgenommen, aber wenn ich die Wahl habe, sitze ich doch lieber an einem Tisch und spüre das Gewicht jeden einzelnen Chips, den ich in den Pot werfe. Das ist natürlich nur eine persönliche Vorliebe, aber was ich mir neulich hab erzählen lassen, hat diese Präferenz noch bekräftigt.

Bei einer Runde Hold’em mit Bekannten kam ich mit einem jungen Mann ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass er in der Runde neu war. Er wolle hier nur mal „checken, was das Ding mit diesem Stammtischpoker“ sei. Die letzten Wochen habe er viel Online-Poker gespielt, habe schon einige Freerolls-Turniere „gerockt“ und wolle jetzt ans Geld gehen. Ich war überrascht von seinem ambitionierten Auftreten und auf mein Nachfragen erfuhr ich, dass er sehr neu in der Pokerszene ist und sich vorher im E-Sport herumgetrieben habe.

Dort hat er Strategiespiele auf dem Computer in einem semi-professionellen Rahmen gespielt und mit virtuellen Legionen große Schlachten ausgetragen. Der Übergang zum Online-Poker sei ihm dann leicht gefallen, erklärte er, denn durch die Computerspiele sei er es gewohnt sich ständig um mehrere Dinge gleichzeitig zu kümmern. Was mich dann wirklich beeindruckte, war seine Angabe, dass er regelmäßig an 8 bis 12 Spieltischen gleichzeitig spielen würde.

Schon oft habe ich gehört, dass es beim Online-Poker inzwischen die Regel ist, an mehreren Tischen gleichzeitig zu spielen, um möglichst effektiv zu sein. Aber 8 bis 12 gleichzeitig? Ich fragte, ob man denn dann überhaupt noch ein Gefühl für die jeweilige Runde und seine Gegner aufbauen könne, aber er winkte ab: diverse Programme geben ihm an jedem Tisch die Wahrscheinlichkeit seines Blattes, die Spieltendenz der Gegner und deren gefoldeten Hände an. Er spiele dann rein nach Statistiken und es ginge nur noch darum, so schnell wie möglich Tabellen zu durchblicken und Entscheidungen zu fällen.

So spielt also ein E-Sportler im Internet Poker. Darüber musste ich nachdenken. Was bleibt denn da noch übrig von der strategischen Finesse des Spiels? Die Geschicklichkeit beschränkt sich dann doch nur noch darauf, möglichst viele Tische gleichzeitig zu kontrollieren. Das brachte mich ziemlich ins grübeln, aber mit etwas Genugtuung konnte ich mir dann ansehen, wie mein Gesprächspartner ausschied: Mit einem All-In versuchte er einen Bluff zu retten, aber die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben. Sein Kontrahent callte sofort. Zumindest an den echten Spieltischen kann man wohl Spielgefühl nicht mit Technik ersetzen.

Das Dominance Roulette System

Es ist mal wieder Zeit für Roulette. Heute beschäftige ich mich mit dem Dominance Roulette System. Dieses System ist nicht ganz so einfach wie beispielsweise das Martingale System. Bei diesem System werden verschiedene Möglichkeiten, die das Rad bietet, gemischt und in ein interessantes System zusammengebaut.

Das Dominance System setzt nicht auf die üblichen Even Money Bets mit den 50:50 Chancen, es nutzt die Roulette Wahrscheinlichkeit der Dutzend Wetten aus. Diese sind für ein solches System auf jeden fall gut geeignet, werden jedoch von vielen Spielern ignoriert. Dieses Roulette System ist eines der umstrittensten Systeme.

Bei diesem System sollte der Spieler die ersten 10 Spiele das Rad beobachten und sich merken, welche Dutzend Wetten gewinnen auf die er dann setzten sollte. Die meisten Spieler sind davon überzeugt, dass das darauf abzielt eine Tendenz des Rades zu finden, das ist jedoch falsch. Das ist lediglich eine Auswahlmöglichkeit um eventuelle Fluktuationen in der Statistik der Gewinne zu nutzen. Spieler die sich sicher fühlen, können auch ein oder zwei Dutzend Einsätze wählen. Auf jedes gewählte Dutzend setzt man nun eine bestimmte Einheit. Als Beispiel nehme ich hier eine Einheit von 5 €uro. Gewinnt nun eine der dutzend Wetten , dann erhöht der Spieler seinen Einsatz um 20 Prozent – also 6 Euro.

Be jedem Gewinn wird auch der Einsatz erhöht. Verliert das Dutzend kann man je nach Budget wieder 20 Prozent abziehen. Man kann den Run natürlich auch beenden und die Einsätze auf fünf Euro zurücksetzen.

Die Gewinne werden während des Spiels zwangsweise sehr strak fluktuieren, daher lehnen viele Spieler dieses Roulette System von vornherein ab. Hat man als Spieler jedoch das entsprechende Budget um dieses System durchzuhalten, kann es dem Spieler eine erhöhte Gewinnchance verschaffen, denn dieses System reagiert dynamisch auf die Ergebnisse der Spieler.

In vielerlei Hinsicht ist dieses System daher eher eine Strategie, aber es erleichtert das Spiel, denn die einzige Entscheidung die der Spieler noch treffen muss ist erhöhen oder zurückziehen? Dieses System wird auch oft als Spiel mit dem Feuer bezeichnet, denn es stützt sich starkt auf die durchschnittliche Verteilung der Roulette Gewinne. Dieses System ist also eher ein System für risikofreudie High Roller. Spieler mit einem kleinern Budget sollten sich an klassische Roulette System halten – aber hey “ No risk – no fun” :)

Rush Poker – ist die angesagte Pokervariante überhaupt profitabel?

Für Rush Poker stehen auf jeden Fall die gespielten Hände pro Stunden. In einer normalen Pokerrunden sind das für gewöhnlich 80-90 Hände in einer Stunde. Bei Rush Poker kann man über 250 Hände pro Stunden spielen – je nachdem natürlich wie schnell man klickt

Mehr Hände = mehr gute Hände und mehr Hände in denen man seine Vorteile ausspielen kann. Mit mehr Händen generiert der Spieler ausserdem mehr rake. Mehr Rake bedeutet wiederum mehr Rakeback und mehr Bonusgeld.

Rush Poker macht das Spiel sehr gleichmäßig und eliminiert Aspekte wie Tells vollständig. Ein Umstand, den man zu seinem Vorteil ausnutzen kann.

Der Spaßfaktor bei Rush Poker ist groß! Was für mehr Fischen an den Tischen sorgt. Wenn man mehr Hände gegen Fische spielen kann, ist das eine tolle Sache. Leider erkennt man die jedoch erst wenn es zu spät ist.

Trotz Geschwindigkeit sollte man in der Lage sein Reads zu bekommen. Man sollte den Gegener und sein Spiel ausrechnen können und die Vorteile ausspielen. Allerdings ist es fast unmöglich bei dem schnellen Spielwechsel die Spielweise der Gegner zu analysieren. Daher muss man alle Spieler gleich behandeln und ABC Poker spielen – egal ob gegen Fisch oder Hai.

Man verliert zwangsläufig einen Großteil seiner Edge auch wenn man ein besserer Spieler als der Gegner ist.

Bei so vielen Händen, die man bei Rush Poker spielt bekommt man auch mehr bad beat und cooler. Cooler sind praktisch die Regel, wenn man bedenkt, dass einige Spieler turbo-folden bis sie Asse oder Könige bekommen. Sollte man das als Spieler nicht gut verarbeiten können das ist Rush Poker vermutlich nicht das richtige Spiel. Man bekommt schnell Problemem, wenn man vier Tische aufmacht und 1000 Hände pro Stunde spielt.

Der größte Nachteil bei Rush Poker ist, dass das schnelle Spiel die Entwicklung beeinträchtigt und es verhindert die Weiterentwicklung als Spieler. Rush Poker ist allerdings herrvoragend. Wenn man damit zufrieden ist, Rake zu grinden, wenig zu gewinnen und auf $1/$2 halbwegs klar zu kommen. Für den, der bei den Limits aufsteigen will und sich erbessern will ist RushPoker vermutlich nichts.