Voller Durchblick dank der Pokerbrille

Als ich neulich durch die Weiten des Internet surfte, fand ich in einem Forum eine amüsante Diskussion über Pokerbrillen. Ein User des Forums fragte nämlich, welche Poker-Brillen-Marke denn gut und bezahlbar sei und wurde – wie es in Foren immer üblicher zu werden scheint – erstmal ordentlich ausgelacht. Man kommentierte seine Frage mit dem spöttischen Hinweis, dass zum Pokern doch jede Brille tauge und es doch gar keine „Pokerbrillen“ gäbe. Auch wenn ich selbst etwas über die Frage schmunzeln musste, fand ich die Reaktionen doch ziemlich unhöflich und habe mal recherchiert: natürlich gibt es spezielle Pokerbrillen!

Das abgefahrendste Modell, das ich in den Weiten des Internets aufstöbern konnte, heißt „Barracuda“ und sieht aus wie eine Requisite aus einem zweitklassigen Science-Fiction Film. Stattliche 40 Euro muss man für so was hinblättern, aber dafür sieht man dann auch aus wie direkt aus einer Zeitmaschine gefallen.

Als ich mehr darüber nachgedacht hatte, entdeckte ich aber doch einige Vorteile, die so eine spezielle Pokerbrille haben könnte. Zum einen sollten sie nie verspiegelt sein. (Ein Witzbold im Forum empfahl doch tatsächlich eine vollverspiegelte Brille – da kann man ja seinen Mitspielern auch gleich seine Karten nennen.) Dann bringen diese Brillen den Vorteil mit sich, dass sie das Blickfeld nur unmaßgeblich verdunkeln. Was würde auch eine Pokerbrille bringen, wenn man kaum die Karten auf dem Board erkennen kann? Und letztlich sind diese Brillen meist so gebaut, dass sie den Einblick auf die Augen aus allen Winkeln schützen, aber gleichzeitig ein großes Blickfeld für den Träger eröffnen. So kann man unbemerkt die Mimiken der Gegner studieren.

Wie diese theoretischen Vorteile dann umgesetzt werden, hängt wohl vom jeweiligen Spieler ab. Vorteile sind es aber sicher, weshalb man doch auf Pokerturnieren doch oft genug halb vermummte Männer hinter großen Brillen die Karten aufnehmen sieht. Vielleicht hatte ja Daniel Negreanu doch etwas recht damit, dass so etwas ans Schummeln grenzt. Für diejenigen die diese Diskussion verpasst haben: Negreanu forderte im Mai ein umfassendes Verbot für Sonnenbrillen auf Live-Turnieren. Zwar stehe ich dieser Forderung doch mit zwiespältigen Gefühlen gegenüber, aber es würde sicher auch seinen Nutzen bringen. Live-Poker würde sich dadurch deutlicher vom Online-Poker abheben und mit dem Verbots eine spezifischen Qualitäten hervorheben.

Andererseits; wenn man so abgefahrene Brillen wie die „Barracuda“ tragen darf, nur weil man Poker spielt, sollte man die Chance nutzen. Wer wollte nicht schon einmal aussehen wie eine Figur aus Raumschiff Enterprise?

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